Rückblende: Mahngang am 12.04.2008
April 20, 2008
Am 12.04. nehme ich am Mahngang zum Zug der Erinnerung teil, der sich unter anderem gegen das (wie ich und viele Menschen finden) Fehlverhalten der Deutschen Bahn richtet. Die Deutsche Bahn hatte sich geweigert, den Zug der Erinnerung im Hauptbahnhof Berlin halten zu lassen obwohl es höchste Zeit ist, an die während der NS-Zeit deportierten und ermordeten Kinder zu erinnern. Als Vorwand gab die Deutsche Bahn technische und organisatorische Schwierigkeiten vor. Die zahlreichen Pressemitteilungen und Positionierungen kann man auf der Internetseite des gemeinnützigen Vereins deutscher Bürgerinitiativen nachlesen: http://www.zug-der-erinnerung.de.
Nach einer einstündigen Gedenkveranstaltung am Brandenburger Tor mit politischen Reden, Gesang und Zitierungen bewegt sich eine Gruppe von ca. 600 Menschen in Richtung Potsdamer Platz.
Dort angekommen beginnen wir, Kerzen und Namensschilder aufzustellen, leider nicht direkt vor der DB Zentrale sondern auf der anderen Straßenseite. Beim Auslegen der Namensschilder fällt mir auf, dass ich 20 Namensschilder in der Hand halte, die alle den gleichen Nachnamen tragen.
Die Gesamtsituation empfinde ich als sehr bedrückend. Die Kerzen sehe ich nicht nur als ein Symbol der Erinnerung und des Gedenkens, sondern auch als ein Zeichen der Hoffnung und der Aufforderung, sich weiter gegen Rassismus, Gewalt und Intoleranz einzusetzen.
Verfasst von Carl-Martin Hißler